Die Bush Vision und die Kultur der Macht
von Saul Landau
ZNet 08.01.2003

„Warum hassen sie uns ?“, fragte George W. Bush. Ich wartete auf seine Antwort genauso wie auf Millionen andere nach den Ereignissen vom 11. September. Wir hatten unsere kollektive Jungfr”ulichkeit verloren, als wir anerkennen mussten, dass einige ernstzunehmende Charaktere nichts von unseren besten Interessen im Sinne hatten. Als Bush sprach, beschwor ich das Bild von „ihnen“ hervor, mit der Hilfe von Cartoonisten, die mir stereotypisch furcherregend-aussehende Araber, mit gebogene Schwertern, die K–pfe in Kefiyahs eingewickelt und anti-amerikanischen Fl¸che br¸llend, bereitstellten.
Bush sprach weiter, und sagte, dass sie die Amerikaner hassen, „weil wir frei sind“, dabei bezog er sich, wie ich vermutete, auf die groþartigen Einrichtungen, die uns unsere Gr¸nderv”ter hinterlassen hatten. Er deutete an, dass die Massenmord-Fanatiker von Al-Qaida, ein Nicht-Freies Sytem lieben. Also um ihnen einige Dinge zu zeigen, riet er uns in den Urlaub zu fahren, z.B. ins Disneyland und zum Einkaufen. Anders gesagt, indem wir den amerikanischen Way of Life aus¸ben f¸hlen wir uns besser und helfen gleichzeitig die Wirtschaft anzukurbeln. Stell dir vor, nach Disneyland zu gehen, als ein wahrer Akt des Patriotismus.
Und w”hrend er uns unsere Sicherheit garantierte, warnten uns periodisch der bem”chtigte General Ashcroft und der Chef f¸r innere Sicherheit Tom Ridge, vor der drohenden Angst, eines erneuten terroristischen Anschlags. Nun, man lernt mit Gegens”tzen zu leben, aber wohin, frage ich mich , beabsichtigt George W. Bush uns zu f¸hren ?
Der F¸hrer eines groþen Reiches braucht eine Weltvision, einen Sinn, damit er weiþ, dass seine Politik mit der Zukunft ¸bereinstimmt. Er braucht eine Straþenkarte, die uns weit weg, von „Sie“ hassen „uns“ und „Wir“ lieben die Freiheit, bringt. Bushs Reden, Bemerkungen bei seltenen Pressekonferenzen und gelegentlichen Sticheleien, wie auch immer, bieten nicht sehr viel Klarheit, wie er die Ðbereinstimmungen zwischen seiner Politik und seinem Worten sieht. Die Zukunft der Umwelt oder das Schicksal der verzweifelten armen Menschen auf der halben Welt, diese Faktoren muss jemand in Erw”gung ziehen, wenn er in irgendeiner vern¸nftigen Form ¸ber die Zukunft nachdenkt.
Ich habe – dem Anschein nach in der endlosen Zeit seitdem ihn der h–chste Gerichtshof gew”hlt hat – einige Entwicklungen von George Bushs Verhalten beobachtet. Von einer eher groben und einfachen Ansicht der Welt als Gouverneur von Texas, hat er seine alten Vorurteile weitergef¸hrt und einige Verdrehungen hinzugef¸gt. In seiner neuen Mutation als imperialer Manager, spielen z.B. Kriminelle eine kritische Rolle in der Texas-Yale Weltanschauung (?).
Als Gouverneur von Texas, glaubte George W. Bush nicht an die Rehabilitation von Verbrechern. In der Tat, diejenigen, die zum Tode verurteilt wurden, profitierten nicht von seinem mitleidigen Konservatismus. Tats”chlich, als Gouverneur f¸r f¸nf Jahre, leitete er 152 Hinrichtungen ein, mehr Exekutionen – schuldig oder nicht – als jeder andere Staatsf¸hrer. Bush f¸hlte diesen Sinn von Gewissheit – wir alle haben sein Gesicht im Fernseher gesehen, als er seinen Kiefer in diese Pose von religi–ser Ðberzeugung brachte – da es scheint, als wolle er die Politik auf jedem Gebiet weiterf¸hren. Im Februar 2001 verk¸ndete er seine Zuversicht, „dass jede Person, die unter meiner Aufsicht in Texas zum Tode verurteilt wurde, der Strafanklage nach schuldig gewesen sei, und vollsten Zugang zum Gericht hatte.“
In der NY Times am 17. Juni 2000, bemerkte Anthony Lewis, dass „in einem Drittel dieser F”lle, der Bericht zeigte, dass der Anwalt, der den zum Tode verurteilten Angeklagten bei der Verhandlung vertrat, fr¸her oder sp”ter von seiner Berufung bzw. seinem Anwaltsamt ausgeschlossen wurde oder auf andere Weise sanktioniert wurde. In 40 F”llen pr”sentierten die Anw”lte ¸berhaupt keine Beweise oder nur einen einzigen Zeugen in der Urteilsphase der Verhandlung.“ In fast 30 anderen F”llen benutzten die Staatsanw”lte psychiatrische Zeugnisse von angeblichen „Experten“, die noch nicht einmal damit bel”stigt wurden, die Leute bei der Verhandlung nach ihrem Lebensumst”nden zu fragen.
Bush setzte ernsthafte Studien ab, die Zweifel an der Todesstrafe aufdeckten, sogar legte er die Antr”ge zur Todesstrafe von zuverl”ssigen Anw”lten beiseite, wie z.B. den vom Taliban ”hnlichen Pat Robertson, „Wir haben die Antwort auf schuldig oder unschuldig angemessen beantwortet“, erkl”rte Bush zufrieden einem AP Reporter. Er versicherte den Reportern, dass jeder Angeklagte „vollsten Zugang zu einer fairen Verhandlung hatte.“
Wie mit vielem in der Politik, bezieht sich Bush nicht auf die Fakten, besonders wenn es um Leben oder Tod geht. Sein Instinkt sagt ihm, wenn es um Schwierigkeiten geht, entweder um die Politik gegen¸ber dem Terrorismus, dem Irak oder der Todesstrafe, dann denk dir einen Witz aus. Im November 2002, spielte CNN erneut ein Band vom ihm ab, in dem er von einem Reporter ¸ber seine Priorit”ten gefragt wird, dem Krieg gegen den Terrorismus oder dem Krieg gegen den Irak. Bush antwortete: „Em, em, ich versuche ¸ber etwas lustiges nachzudenken.“. Als ihn Tucker Carlson vom Time Magazine fragte, wie er sich dabei f¸hle, eine Frau zum Tode zu verurteilen, mimte er ihren wimmernden Versuch zum Schutz mit Spott nach, „Bitte Mister Bush, t–ten Sie mich nicht.“
Als Pr”sident, hat Bush seine Einstellung gegen¸ber Verbrechern wieder in Erw”gung gezogen, sowie gewisse andere Dinge. Sein neustes Rehabilitationsprogramm verlangt eine Nennung von hohen politischen Ÿmtern, die von fr¸hern Verbrechern ausge¸bt werden und Verbindungen mit Massenmorden haben. Diese Gesetzesbrecher sind auch durch ihre ”uþere Verachtung gekennzeichnet – nicht nur f¸r das Leben der Mittelamerikaner sondern genauso vom Kongress und der US Verfassung.
Nehmen wir Beispiele, wie Elliot Abrams, John Poindexter, John Negroponte und Otto Reich, Beamte die er [Bush] neulich nannte, damit sie wichtige politische Positionen einnehmen. Ich schlieþe den f¸r die Warren Kommission am 11/9 neu ernannten Henry Kissinger aus, weil er Verachtung f¸r das Menschenleben auf mehreren Kontinenten zeigte und der groþen Liga der Kriegsverbrecher angeh–rt.
F¸r diejenigen die zu jung sind um sich zu erinnern oder diejenigen mit kleinem Ged”chtnis, die vier oben genannten Personen verschworen sich der Verhinderung von Kongresseinrichtungen der Contras, die Gruppe, die Reagan in den fr¸hen 80ern ausgew”hlt hatte, um die nicaraguanische Regierung abzusetzen. Diese vier und ihre Anh”nger br¸ten eine Intrige aus um an den Iran Waffen zu verkaufen, damit sie die Einnahmen zu ihrer geliebten Contras trichtern konnten und sie damit abdecken w¸rden. Bei seiner Aussage vor dem Kongress, schrieb dieser sch”bige Abrams Zeugengeschichte, als er erkl”rte: „Ich habe niemals gesagt, dass ich keine Ahnung ¸ber die meisten Dinge hatte, von denen ihr sagtet, dass ich keine Ahnung davon hatte.“ Der jetzt 54 Jahre alte Abrams erkl”rt auch in seiner Autobiographie, dass er seine Kinder ¸ber die Schlagzeile seiner Anklage informieren musste, also erz”hlte er ihnen, dass er vor dem Kongress h”tte l¸gen m¸ssen, um die nationalen Interessen zu sch¸tzen.
Der Abgeordnetenmitarbeiter des Ministerium von Zentralamerika pl”dierte f¸r schuldig, wegen der Vorenthaltung von Informationen vor dem Kongress. Er [Abrams] erhielt 2 Jahre auf Bew”hrung und 100 Stunden Gemeinschaftsarbeit. Jetzt hat der 54 Jahre alte Abrams, als neuer Mann im Weiþen Haus f¸r den mittleren Osten, gelernt, dass jemand mit verbrecherischem Verhalten entkommen kann wenn man enge Verbindungen mit der Bush Familie aufrechterh”lt, und er wird versuchen die Straþenkarte f¸r den mittleren Osten neu zeichnen. Auþenminister Colin Powell hat einen Plan f¸r den Entwurf einer friedlichen L–sung und einem eventuellen Pal”stinenserstaat einberufen. Diese Vision bel”uft sich, bei genauerem Betrachten, auf einen Stempel f¸r die israelische Unterdr¸ckung und Expansion. Dies stimmt auch mit Abrams staatlichem Glauben ¸berein, dass die Vereinigten Staaten und Israel von engeren Verbindungen zwischen den ziemlich rechten fundamentalistischen Christen – die Israel dazu bringen wollen ganz Pal”stina zu ¸berwiegen und zu besetzen – und der US-Politik profitieren werden.
Der einst pensionierte Admiral und nationaler Sicherheitsratgeber von Reagan, John Poindexter, wurde wegen f¸nf Verbrechen verurteilt, u.a. wegen Verschw–rung, Hinderung des Kongresses und falscher Aussagen. Der Richter gab ihm sechs Monate Gef”ngnis, aber ein Berufungsgericht nahm das Urteil zur¸ck, da ihm [Poindexter] der Kongress Immunit”t gew”hrt hatte. Sein Herausschl¸pfen aus dem Gef”ngnis wegen eines Verfahrenfehlers ”ndert aber nicht die Tatsachen des Falles. Poindexter’s Vision geht Richtung Heimlichkeit und Vereitelung des Gesetzes zum Schutze seiner neusten Erkl”rung, dass „das Privatleben jedes Einzelnen nicht mit dem Terrorismus anzugleichen ist.“
Otto Reich betrieb die lateinamerikanische Politik bis zu diesem Monat und besitzt jetzt eine spezielle Einstellung f¸r Lateinamerika vom Weiþen Haus. Negroponte, der jetzige Botschafter der UN, spielte auch beim Iran-Contras Spiel mit und entkam der Verhaftung. Reich war Minister und belog die Bev–lkerung von seinem B¸ro der ÷ffentlichkeits-diplomatie aus, und Negroponte als US Botschafter f¸r Honduras musste – zur Zeit hat er es vergessen – das entsetzliche Verhalten unsere Alliierten ¸berdecken. Die Liberalen nannten es eine Menschenrechtsverletzung, aber Negroponte verstand, dass man kein Omelett machen kann ohne die Eier aufzuschlagen.
Bei genauerem Betrachten dieser Personen, wird die Weltansicht von Bush deutlicher. Diejenigen, die an Verschw–rungen in Zentralamerika beteiligt waren und f¸r Zehntausende von Morden verantwortlich sind, werden eine zweite Chance haben, um der ÷ffentlichkeit zu zeigen f¸r was sie sich wirklich einsetzen. In der Tat, stellen sie die Modelle f¸r den Republikaner der Vereinigten Staaten dar. Und der Kongress hat nur eine geringe Stellung bei so einer imperialistischen Regierung. Die Medien, gedr”ngt von Fox und Rupert Murdoch, spielen das aggressive Kriegsspiel und lenken die Bev–lkerung ab. Der nationale Sicherheitsplan, der vom Weiþen Haus ver–ffentlicht wurde, zerreiþt weiter das republikanische Gewebe, indem er die Bill of Rights in die zweite Kategorie platziert, auf der Suche nach „voller spektraler Herrschaft“. Kaum etwas bezieht sich in dieser Angelegenheit auf „die Nation“ oder „die Sicherheit“. Ÿhnlich verh”lt es sich bei Begriffen wie Verantwortung und Offenheit, als die Administration dachte sie k–nnte ihre imperialen Expeditionen dadurch rechtfertigen, dass sie das republikanische Gewebe zerreiþt und den Anschein der Bill of Rights aufrechterh”lt.
Die Vision von Bush und dem Weiþen Haus f–rdert unbesch”mt den amerikanischen Way of Life, der auch in Westeuropa, Japan, Australien und Neuseeland geteilt wird. F¸r Bush ist es die Ruhe, das Vergn¸gen und die Entspannung, die auf der individuellen Freiheit basiert, dass wir Waren kaufen k–nnen, die vermutlich alle menschlichen Bed¸rfnisse befriedigen. Mit einbeschlossen in dieses Beispiel ist die Belohnung Gottes f¸r den Wohlstand in den Vereinigten Staaten – Sie sollten keine Steuern bezahlen. Gott hat auch ein Versprechen f¸r den Rest der Welt: Sie k–nnen auch erfolgreich sein, wenn sie die amerikanischen Werte ¸bernehmen.
Die US Regierung ¸bt nach diesem Bild ihre nackte imperialistische Macht aus, sch¸tzt die Welt vor Terroristen und Drogenh”ndlern, macht sie demokratischer und besch¸tzt „unsere“ Interessen – welche meistens geheim sind, das ist auch den Terroristen und Drogenh”ndlern bekannt, aber nicht der amerikanischen ÷ffentlichkeit.
Diese „schwachen“ Andersdenkenden, die nach Ÿnderungen in der Politik f¸r den Mittleren Osten – welche regionale Realit”ten, Vorstellungen der Gleichheit und Gerechtigkeit reflektieren – streben, f¸hlen sich verletzt bei Angriffen auf ihren Patriotismus. Diejenigen die Aufmerksamkeit f¸r die umgehenden Bed¸rfnisse der drei Milliarden verarmten Menschen fordern, sich f¸r die F–rderung der Umwelt einsetzen – wobei die Wissenschaftler ¸ber das „Eisschmelzen“ wahrhaftig betroffen sind – verstehen einfach nicht die Kultur der Macht.
Nach den Vorstellungen von Bush kommt die Macht von der Annahme, dass Gott die Natur in den Schoss des Mannes gelegt hat, f¸r seinen umgehenden und endlosen Gebrauch. B”ume sind dazu da, abgehackt zu werden und daraus Kisten und Zahnstocher zu machen – nat¸rlich auch M–bel. Tiere sind dazu da, get–tet zu werden f¸r Fleisch, Unterhaltung und Sport. Fische sind dazu da, um gefangen zu werden. Land um es zu entwickeln und herauszubilden, usw. Wer auf Einkommensunterschiede hinweist „heizt einen Klassenkrieg an“. Wie auch immer, es mag verr¸ckt scheinen, aber diese Vision symbolisiert die Natur jener Menschen, die momentan die Macht und den Wohlstand manipulieren.
Ihre Logik der Macht regiert als kultureller Befehl. Diese Weltansicht vermeidet die Konsequenzen. Sie schmunzeln nur, bei der Erw”hnung von steigender Armut in der Welt oder von –kologischer Zerst–rung. Gleichwohl, scheinen die Angestellten von Bush nicht interessiert zu sein, an den scheinbaren Widerspr¸chen der US Unterst¸tzung von unterdr¸ckerischen Regimes in einigen Gebieten, und der Verurteilung von ”hnlichen Regimes in anderen Regionen, die Tendenzen zur Ungehorsamkeit aufweisen.
Bush bezieht sich auf M”nner die Macht aus¸ben, wie Sharon, „ein Mann des Friedens“, der Saudi K–nig teilt mit dem Pr”sident die Liebe zur Natur und zu Ausfl¸gen im Freien, da sie beide die Fahrt in einem Pickup-Truck auf Bush’s Ranch genossen. Nat¸rlich spielen beide M”nner auch eine bedeutsamen Rolle in der Logik des expandierenden amerikanischen Reiches. Sharon’s Vision eines gr–þeren Israels stimmt mit der von Bush’s thelogischen Unterst¸tzern, wie z.B. die Geistlichen Jerry Falwell und Pat Roberston – dessen biblischer „Mumbo Jumbo“ fordert, dass Israel den Mittleren Osten erobert – ¸berein. Die –ligen Saudis tanken buchst”blich den imperialen Antrieb.
Die Logik der nackten imperialen Macht beinhaltet auch eine Welt mit bizarren Kontrasten. Wie Wade Davis in der Globe & Mail Ausgabe vom 6. Juli 2002 unterstrich, „Geben die Amerikaner so viel f¸r die Erhaltung ihres Rasens aus, wie Regierung Indiens an den Bundesteuereink¸nften einkassiert.“
Die Vision von Bush einer Welt unter dem Daumen der US Macht, erfordert ein Verteidigungsbudget von 400 Milliarden Dollar, gr–þer als die gesamte Wirtschaft in Australien. Dennoch, ein Sechstel der Weltbev–lkerung muss mit weniger als 1 $ am Tag auskommen.
Als Bush fragte, „Warum hassen Sie uns ?“, verstand ich, dass er sich nicht vorstellen k–nne, andere Menschen zu beleidigen, indem man Video-Golf spielt oder einer sechs Fuþ hohen Ratte die Hand sch¸ttelt. Bush wuchs mit kommerziellen Werten auf und hat nur eine Vorstellung der Entwicklung. Er scheint nicht in der Lage zu sein, zu verstehen, dass dieses Modell im mittleren Osten und ¸berall in der dritten Welt versagt hat.
Diejenigen, die seinen Befehlen befolgt sind, bemerkten keinen Wohlstand und keine Zufriedenheit.
Dieses Modell, welches auf dem hohen Verbrauch von Energie und anderen Ressourcen, die die Umwelt kaputtmachen, basiert, stimmt nicht mit den Realit”ten der Natur ¸berein. Die Vision der Macht und die Tatsachen der Erde stehen auf Kollisionskurs.
Die Vision der Macht nimmt an, dass Wissenschaft und Technologie – die Ursache f¸r einige akute Probleme – in der Lage sind jede auftretenden Schwierigkeiten l–sen zu k–nnen. Man blicke nur auf die ganzen Babys die jetzt leben, obwohl einst vielleicht umgekommen w”ren. Die ganze Welt erf”hrt eine erh–hte Lebenserwartung, aber wenn mal das Leben, dass die Menschen in der dritten Welt f¸hren, genauer betrachtet, wird man offensichtlich feststellen, dass dies von der Vision von George W. Bush abweicht. Ein asiatischer Arbeiter, der Jeans f¸r „The Gap“ n”ht, erh”lt ungef”hr 88 $ im Monat. Daher fallen sie jedoch buchst”blich in den Abgrund, so wie es uns ihre Ank¸ndigung hinweisend erz”hlt.
Dieser Abgrund, hat nichts mit Mode zu tun. Es bedeutet eher – wie Davis beschreibt – dass eine sechsk–pfige Familien sich ein Bett teilen muss „in einem Raum, der einem Kaninchengehege ”hnele, und mit M¸ll bestreut ist.“
Die Mehrheit der Menschen auf der Welt wird nicht die Weltvorstellung von Bush teilen. Er k–nne sich auch nicht vorstellen, sie daran teilhaben zu lassen. In der muslimischen Welt, mit ¸ber einer Milliarden Menschen, die meisten sehr arm, ruft Osama Bin Laden seiner Art von Paradies zu, einer mutmaþlich idealen Welt wo Harmonie regiert, da sich die Menschen gegen¸ber Gott und ihren erdischen F¸hrern unterw¸rfig verhalten haben. Die Berufung der neuen Welt ist es, die Vergangenheit, die Kulur, die Werte und die Sprache zu vergessen und in Kontakt mit der Waren[besser: Konsum-]Kultur zu treten, die einzige Kultur, die sich George Bush vorstellen kann, die Kultur, die aus seiner Vision der Macht aufgetaucht ist. Diese Macht ruht auf immensem Wohlstand und milit”rischer Potenz.
Was unschuldige Amerikaner durch den 11. September gelernt haben, ist, dass man weder durch Wohlstand noch durch Milit”r in Sicherheit lebt. Nat¸rlich k–nnen wir weiter „Baywatch“ in entfernte D–rfer im Mittleren Osten exportieren, aber das wird nicht das Schmelzen des Eises, die Erderw”rmung oder das Ansteigen des Meeresspiegels verhindern.
Des weiteren wird sich der Anti-Amerikanismus ausbreiten. Die Los Angeles Times vom 5. Dezember 2002 beschreibt eine Studie zur –ffentlichen Meinung eines Forschungszentrums f¸r Menschen und die Presse in 44 L”ndern. Diese Studie – genannt „Was die Welt 2002 denkt“ – fand heraus, „dass in den muslimischen L”ndern ein tiefgr¸ndiges anti-amerikanische Gef¸hl herrsche.“ Laut dem Report, sind die Probleme, die die Mehrheit auf der Welt betreffen, die Unterschiede zwischen arm und reich, Hunger, die Umwelt und AIDS. Die Mehrheit in L”ndern wie Ÿgypten und der T¸rkei, „m–gen ironischerweise die amerikanischen Technologien und ihre Kultur, sind jedoch ver”rgert ¸ber die Ausbreitung von amerikanischen Ideen.“
Diese Ideen bedeuten nicht nur den Export von „Baywatch“ und anderen TV-Serien, sondern beziehen sich auch auf die Aufgabe der nackten imperialen Macht im Mittleren Osten.
Unter George W. Bush bedeutet eine Zusammenarbeit mit anderen, dass man sich den Ultra-Rechten beugt, der Waffen- und Antiabtreibungslobby dienlich ist, und die „Carte Blanche“ f¸r die kubanischen Anti-Castro Terroristen, die ihm zur Wahl verhalfen. In der Tat, im Mai, bestellte er den Geheimdienst um einen Castro-hassenden Kubaner wegen Terrorismus verurteilen zu lassen – Reynaldo „El Chino“ Aquit Manrique wurde 1994 von der Beh–rde gefasst, als er Benzin in eine Lagerhalle in Miami sch¸ttete – Er saþ auf der Plattform, w”hrend er lautstark das Embargo gegen Kuba verk¸ndete.
Ironischerweise, k–nnen nur kriminelle Methoden die Vision von Bush verwirklichen. Seine Kultur der Macht bedeutet eine Regierung der M”nner, nicht der Gesetze, und die Bereitschaft der M”nner zu unterjochen, zu dominieren, und ihren Willen den Menschen und der Natur zu verh”ngen. Und wenn dir keine gute Antwort f¸r einen Reporter einf”llt, dann erz”hl einen Witz.
Wenn du dieser Analyse zustimmst, wie ich es tue, dann wirst du daraus folgern, dass wir einer gef”hrlichen Situation gegen¸berstehen und du sollst auf diese Weise dazu motiviert werden, deinen Arsch in Bewegung zu setzen, und etwas dagegen zu tun.
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Saul Landau unterrichtet an der Cal Poly Pomona Univerist”t und ist Mitglied beim Institut f¸r Politikstudien. Sie hat vor kurzem ihren Film abgeschlossen: IRAK – STIMMEN VON DEN STRASSEN, erh”ltlich in Englisch und Spanisch.

[ Übersetzt von: Sebastian Barthel | Orginalartikel: "The Bush Vision And The Culture Of Power" ]
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